Mittwoch, 27. Dezember 2017

Pantisemitismus: Herrn Clemens Henis Umwälzung der Wissenschaft(sorganisation)

 
Was der Natur die Kellerasseln, sind dem Herrn Heni die Antisemiten: Kein Stein, den er umdreht, unter dem nicht eine muntere Schar hervorgekrochen käme. Er frönt einem sozusagen Pan-Antisemitismus wie die Pantheisten ihrem „Gott-ist-überall“-Glauben.


Die allzu intensive Beschäftigung mit der Nazizeit hat ihm den denkerischen Dachstuhl deutlich deformiert: Nichts und niemand ist vor seiner Antisemiten-Inquisition sicher. Jeder großinquisitorische Marranen-Jäger würde vor Neid erblassen über die Findigkeit, mit der der Heni-Hexer eine endlose Kaninchenschar von Antisemiten aus seinem Zylinder hervorzaubert.
Aktuell steht besonders die AfD in seinem Fokus: „Am 24. September 2017 werden die Deutschen mit der AfD die erste neo-nazistische Partei in den Bundestag wählen“ hetzte Heni am 23.09.2017 („Juden für mehr Neo-Nazismus im Deutschen Bundestag?“). „Das Problem in diesem Land sind Deutschnationalismus, Rassismus, Antisemitismus, völkische und neo-nazistische Ideologie, in ganz unterschiedlicher Tonlage, aber zunehmend aggressiv und völlig ungeschminkt. Wer jemals auf Facebook AfD-Fanklubs gesehen hat und sehen konnte, was die dort für Gewaltfantasien haben, weiß das.

Dass die AfD(-Geschäftsstellen) und ihre Mitglieder gar nicht so selten Opfer REALER (linksfaschistischer) Gewalt sind: DAVON will der Herr Heni nichts wissen. Obwohl wir Deutschen doch immer ermahnt werden: „Wehret den Anfängen!“?
Zugleich macht Heni, wenn er die AfD als „Nazi-Partei“ verunglimpft, dasselbe, was er anderen ständig vorwirft: Er relativiert die Schrecken der Nazi-Herrschaft. Weil er das an zahlreichen Stellen als antisemitisch geißelt, müsste er folgerichtig nach seinen eigenen Maßstäben auch sich selber als Antisemiten verurteilen.

Was die verfassungsfeindlichen Gewaltakte der AfD-Hasser angeht, passt deren Wahrnehmung entweder nicht oder aber nur allzu gut in sein wirres Weltbild. Wirr deshalb, weil er selber seine Weltsicht zwar als „linkszionistischhinstellt. Zugleich aber diskreditiert er auf subtilstmögliche Weise eine a priori zum „Ressentiment“ abgestempelte Haltung „gegen ‚die Kapitalisten‘, die ‚Bonzen und Banken‘ “ und delegitimiert diese Einstellung als „strukturell antisemitisch“:
Und wer schliesslich Kapitalismus als Spiel von Interessen verharmlost und nicht als sich hinter dem Ruecken der Leute vollziehende Wertvergesellschaftung dechiffriert; wer immer, wie verschluesselt auch immer, gegen das ‚Abstrakte‘ fuer das ‚Konkrete‘ agitiert; wer die „theologischen Mucken der Ware“ (Marx) noch nicht einmal zu erkennen versucht, wird immer beim Ressentiment gegen ‚die Kapitalisten‘, die ‚Bonzen und Banken‘ landen und ist immer strukturell antisemitisch“ („Deutsche moegen nur tote Juden, Islamisten gar keine“, 07.10.2003).
Sein vorgeblicher Linkszionismus will sich also, typisch deutsch, im Abstrakten tummeln. Wer ganz konkret etwas ändern möchte, den macht Heni flugs zum Antisemiten. Gar nicht dumm, so hat man ein Bein in beiden Lagern: Bei den Linken (soweit sich diese auf derart verquaste geistige Glasperlenspiele einlassen) ebenso wie bei den Besitzenden. Denn Letztere können sicher sein, dass sich Herr Heni im Ernstfall, wenn es wirklich zählt, stets auf ihre Seite schlagen wird. Wie beispielsweise mit seiner Agitation für den europäischen Superstaat (Kritiker wie ich nennen den auch „EUdSSR“) den die Kapitalinteressen den europäischen Völkern mehr oder weniger hinterlistig überstülpen wollen.

Bis dahin mimt er den strammen Linken, beispielsweise durch verlogene Verharmlosung der Gewalttaten linksfaschistischer Terrorbanden beim G20-Gipfel in Hamburg („Nach G20-Protesten in Hamburg: Merkel, Scholz, Gabriel und die Demokratie oder „Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?“ (Brecht) – 09.07.2017).
Sätze wie „Das pro-kapitalistische Apriori von Merkel und allen G20-Beteiligten ist ja himmelschreiend und unerträglich.“ „Über den Suhrkamp-Band ‚Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank‘ von Brecht könnte man lebhaft diskutieren. Manche könnten lernen, dass es auch eine nicht antisemitische Kapitalismuskritik geben kann und dass gar viele Zionisten vor und nach der Gründung des Staates Israel antikapitalistisch drauf waren und sind“ sind wohlfeil: sie können alles oder nichts bedeuten und je nach Bedarf mit Inhalt gefüllt werden.

Aber wenn es um handfeste Kapitalinteressen geht, wie z. B. in Sachen EUdSSR, dann positioniert er sich knallhart für die Interessen der (großen) Kapitalbesitzer und der Brüsseler Monstokratie - und gegen das gemeine Volk. So z. B. am 25.06. 2016 in einer hasserfüllten Tirade gegen den Austritt Großbritanniens aus der EU: „Der ‚Rechtspopulismus‘, Nationalismus und Rechtsextremismus des Brexit“.
(Mit dieser Analyse will ich weiß Gott keine marxistischen Positionen verteidigen. Sondern lediglich die Inkonsistenzen bzw. Ambivalenzen in Henis Denken aufzeigen.)

In seinem o. a. Brexit-Blog Heni lässt Heini seinem Hass auf die breiten Massen freien Lauf:
Das Problem ist das Volk, der Mob. Die meisten Leute sind nicht nur unwissend und blöde, sondern vor allem aggressiv, fanatisiert und sie haben eine zumeist rassistische, nationalistische Agenda. Das Eigene zählt mehr als das Andere, das viele Leute, immer mehr werden es, gar nicht kennen lernen wollen.“ „….. die erbärmlichen Würstchen, die ihre persönliche Nicht-Identität in einer nationalen auf- und untergehen lassen wollen“.
Den Teil ab „… nationalistische Agenda …“ könnte man mit Fug und Recht auch gegen die Zionisten wenden. Denn deren ganzes Streben ist ja gerade darauf gerichtet, das Eigene, ihre jüdische Identität in Israel, zu verteidigen: eine glasklar „nationalistische“ (oder zumindest nationale) Agenda. Und in jenem weiteren (von mir zwar nicht akzeptierten) Sinne, zu dem die Nations-Destruenten den Begriff „Rassismus“ heute als Brechstange ihres Völkerhasses umgeschmiedet haben, ist der Zionismus selbstverständlich auch „rassistisch“.
Ich glaube übrigens eher nicht, dass die Israelis allgemein und die Zionisten im Besonderen sonderlich darauf erpicht sind, den Islam noch näher kennenzulernen, als denen das von den Umständen ohnehin aufgezwungen wird.

Und sind die Zionisten „erbärmliche Würstchen“, weil sie ihre eigene Identität eng mit der politisch-religiös-gesellschaftlichen Identität des Staates Israel verknüpfen?
Für Heni selbstverständlich nicht; Antizionismus ist bei ihm sogar identisch mit Antisemitismus. Zwar sollen Deutschland & Co schnellstens in einem europäischen Imperium verschwinden. Der Staat Israel indes, der ist ihm heilig: „Mit dem Brustton der Überzeugung derealisiert Beller, dass Aufstachelung zum Antizionismus eine Form des Antisemitismus ist und dass das Abfeuern von Raketen auf Aschkelon oder Sderot ein antisemitischer/antijüdischer Angriff ist. Beller möchte Antizionismus reinigen und als harmlos darstellen. Er ignoriert die Geschichte des Antizionismus seit 1948 ganz bewusst, denn er wird natürlich ob der antizionistischen Ideologie der Sowjetunion, der arabischen Staaten und der Neuen Linken sowie der Neonazis und des Mainstream wissen. Doch Beller selbst plädiert ja gegen einen jüdischen Nationalstaat Israel, weshalb ihm Attacken gegen Israel von Jihadisten oder säkularen Linken gerade Auftrieb geben“ schrieb Heni am 28.09.2010 unter „Antisemitismus, Antizionismus, Bonatz, Reclam und Stuttgart“. (Dieser Text ist übrigens auch repräsentativ für die argumentative Strategie von Heni: In widerlicher Weise verwurstet er Ereignisse aus Gegenwart und Nazizeit, die nichts miteinander zu tun haben, um zionistische Leckerlis zu produzieren.)

Noch deutlicher wird Henis Position in seinem Blott „Antizionismus – Lechts und Rinks. Dieser Text wird Sie und euch überraschen“ vom 09.08.2014 (meine Hervorhebungen):
„….. die Einstaatenlösung ….. würde das Projekt des Zionismus, das Projekt eines dezidiert jüdischen Staates, beerdigen. Das wäre natürlich unblutiger als ein Massenmord, wie er der Hamas vorschwebt. Aber es wäre nur ein anderes Ende des jüdischen Staates Israel und jüdischer Souveränität.“ Warum die Einstaatenlösung ein Ende des jüdischen Staates wäre: Das verrät Heni freilich nicht. Bzw.: Er verschleiert das, was er WIRKLICH dazu denkt, mit einer vorgeschobenen legalistischen Pseudo-Begründung, die fadenscheiniger nicht sein könnte: „….. hatte die Israelische Unabhängigkeitserklärung vom 14. Mai 1948 sich explizit auf den UN-Teilungsplan vom 2. November 1947 bezogen, der einen jüdischen und einen arabischen Staat vorsah. Die Zionisten nahmen den Plan an, die Araber lehnten ihn ab …... Jene, die heute ein Israel vom Jordan bis zum Meer wollen, handeln also antizionistisch.“
Bei einer Einstaatenlösung wären die Juden (sofort oder später: im Detail kenne ich die demographischen Daten nicht) in der Minderheit (oder hätten zumindest keine komfortable Mehrheit mehr). Es geht ihm bzw. den Zionisten (also den israelischen Patrioten!) darum, den israelischen Staat, bösartig gesagt (also im verleumderischen Heni-Duktus) relativ „rasserein“ zu halten: Die Juden müssen immer eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung im Staat Israel haben, sonst hört das Land auf, als JÜDISCHER Staat zu existieren: Das ist zugleich eine Faktenbeschreibung und eine Beschreibung der zionistischen Perspektive.
Mit dieser Analyse will ich mitnichten den legitimen und absolut richtigen Standpunkt der  israelischen Patrioten attackieren. Nur ist es bei Heni eben abgründig verlogen und widerlich hasserfüllt, wenn er den Deutschen (sowie darüber hinaus auch den anderen Europäern) verwehrt, was er als Israels heiliges Recht verteidigt. Vollends ekelhaft wird es, wenn er auch noch seine wahren Motive mit vorgeschobenen Fake-Argumenten tarnt.

Ebenso erhellend für Henis nationalen (oder, wenn man will, auch „nationalistischen“) Kampf um die Erhaltung der israelischen Leitkultur ist aus seinem Blott „Ein nüchternes Strategiepapier zur Zerstörung Israels – mit Koscherstempel. Micha Brumlik, die Evangelische Akademie Arnoldshain und KONKRET“ vom 03.07.2013 die Passage:
Brumlik ….. möchte ….. Israels jüdischen Charakter zerstören …. .. Ein Kernpunkt Brumliks ist die ungeheuerliche, unfassbar antijüdische Idee, Juden das Rückkehrrecht nach Israel zu verweigern! ….. : [Zitat Brumlik] ‚Einwanderung in den neuen Staat [Israel/Palästina] hingegen sollte das nationale Parlament nur nach arbeitsmarktspezifischen beziehungsweise humanitären Gesichtspunkten regeln, nicht mehr nach ethnischen Kriterien‘. [Zitatende]

Und aus seinem Blott „Boris Palmer und der Wohlfühl-Antisemitismus“ vom 26.07.2009: „Wer wie Langer das Rückkehrrecht von palästinensischen Flüchtlingen nach Israel befürwortet, der will den jüdischen Staat Israel bewusst zerstören. Das ist antisemitisch.“
In vergleichbarer Weise will den deutschen Staat Deutschland bewusst zerstören, wer die Massenimmiggression fremdkultureller Eindringlinge affirmiert. Das ist antideutsch.
(Wobei allerdings die teils freiwillig geflohenen, teils mit subtilen bzw. gewalttätigen Strategien vertriebenen Palästinenser einen weit solideren – moralischen und juristischen – Anspruch auf eine Rückkehr in ihre Heimat haben als die Invasoren – sog. „Flüchtlinge“ - auf ein widerrechtliches Eindringen in den Lebensraum des deutschen Volkes.)
Nochmal: Ich will keinesfalls die nationaljüdische („zionistische“) Position als solche angreifen oder verurteilen. Schließlich bin auch ich ein Verteidiger des (in meinem Falle: deutschen) Nationalstaates (und seines Rechts, Fremden ein Eindringen zu verwehren). Und anders als Heni bemühe ich mich außerdem, meine Argumente logisch konsistent zu organisieren, also den anderen zuzugestehen, was ich selber für mich fordere.
Was ich allerdings anprangere, ist die heuchlerische Doppelzüngigkeit des Heni-Hetzers und sein grenzenloser Hass auf die deutsche Identität.
 
 
Pantisemitismus: (Fast) Jeder ist Antisemit – für Clemens Heni
 
Kommen wir zu dem zurück, was ich in der Überschrift „Pantisemitismus“ genannt habe: ein Pan-Antisemitismus, der hier das Unterschieben von Antisemitismus gegen nahezu alle und jeden meint. Und damit Weltsicht und modus operandi des Antisemiten-Inquisitors Clemens Heni beschreibt.
Beispiele:

Wolfgang Thierse (SPD), damals Bundestagspräsident, hatte Heni Anfang 2005 als Antisemiten enttarnt:
Deutsche ‚Muttersprache‘ verschärft einfordern, wie es Bundestagspräsident Thierse Ende letzten Jahres getan hat, sich freuen, daß es in Berlin WGs gibt, die nur deutsch reden und jedes Fremdwort (‚handy‘, ‚Boxershort‘ kosten 20 oder 50 cent in die WG-Kasse) hassen und damit ganz subkutan antijüdische Stereotype transportieren – ‚Fremdwörter sind die Juden der Sprache‘ (Adorno) – aber offene Nazis des Nationalismus bezichtigen. Kein Wort über die sprachwissenschaftliche Nähe Thierses zu den völkischen Sprachinhaltsforschern um Prof. Leo Weisgerber, die während, vor und nach dem Nationalsozialismus eine ‚volkliche‘ Identität der Deutschen mit der deutschen ‚Muttersprache‘ wissenschaftlich einforderten.“ (Siehe diesen Blott. Vgl. dazu auch die Thierse-Rede vom Jan. 2005 im BT.)
Wie Thierse sein angeblich ‚verschärftes Einfordern der deutschen Muttersprache‘ ausgedrückt hat, weiß ich nicht. (Es ist übrigens bezeichnend für die Seriosität von Heni, dass er das nicht näher beschreibt, sondern kurzerhand in seinem Sinne, also mit dem kritischen Beiwort „verschärft“, in den Raum stellt.) Im Internet kann ich eine Spur der Thierse-Äußerungen lediglich in diesem SPON-Bericht vom 18.01.2005 finden.
Jedenfalls aber ist die Pflege der Sprache bereits seit Jahrhunderten ein Anliegen der intellektuellen Führungsschicht der Völker. Und das keineswegs nur in Deutschland, das in dieser Hinsicht sogar eher ein Nachzügler war. Martin Luther, Herder, Goethe, Schiller, Heine usw. haben (leider muss man das dem Heni offenbar erklären) schon gelebt, lange bevor sich ein (heute völlig unbekannter) Leo Weisgerber im Tausendjährigen Reich der deutschen Sprache (in welcher Weise auch immer) annahm.
Und dass man Antisemit ist, wenn man Fremdworte zu vermeiden sucht: Darauf kann wohl nur jemand verfallen, dessen geistiges Dachstübchen durch allzu intensive und monothematisch-verbiesterte Antisemitismusstudien dringenden Reparaturbedarf aufweist.

Human ist Heni immerhin insoweit, als er den SPD-Mann Wolfgang Thierse nicht allein ins Antisemiten-Camp verschickt. Sondern ihm flugs noch einen Seelengenossen von der anderen Feldpostnummer in die Baracke steckt: Heiner Geissler (CDU). Was genau der mit Auschwitz oder zumindest mit Antisemitismus zu tun haben soll, erfahren wir am 27.01.2005 in Henis wüstem Rundschlag-Blott „Deutsche ungleichzeitige Gleichzeitigkeit 2005: Von Berlin über Auschwitz nach Kyoto“ (meine Hervorhebung):
„….. kein Wort über den akuten und aktuellen Antisemitismus eines Heiner Geißler [das hierhin gehörige Verb „zu verlieren“ muss sich im Mundschaum des Autors verloren haben], der in einem „Wutanfall“ in der ZEIT national-sozialistische Ideologeme wiederbelebt (wie der Soziologe Heinz Gess analysierte), gutes vom bösen Kapital trennt um originär judenhasserisch zu enden: „Der Tanz um das goldene Kalb ist schon einmal schief gegangen“. Gebt bloß Acht, ihr Juden, will der Katholik sagen, ihr wurdet doch als Händler aus dem Tempel vertrieben, und – nachdem ihr weiter um das goldene Kalb getanzt seid – schließlich im Nationalsozialismus fast komplett ermordet. Passt bloß auf mit eurem aggressiven Turbokapitalismus, der in das soziale Fleisch schneidet, bei dem „das Blut nur so spritzt“ (O-Ton Geissler!). Geissler, der nur die antijüdischen Linken von Davos, die auch um das goldene Tanz [recte: Kalb] tanzten und den althergebrachten Antisemitismus antizionistisch und anti-amerikanisch aufluden und für heutige Zeiten (Januar 2003) runderneuerten, nachäfft mit seinem Ressentiment, hat dafür gleich eine TV-Talkshow von n-tv bekommen, zusammen mit Peter Glotz, dem Sozialdemokraten, der heute (27.01.2005) lieber in Mainz mit Kardinal Lehmann über deutsche ‚Vertreibungs-Opfer‘ redet als über Auschwitz und den Antisemitismus der Deutschen.
Den Schlussteil „… zusammen mit Peter Glotz …“ würde ich normaler Weise weglassen. Hier habe ich ihn jedoch aufgenommen um zu zeigen, mit welch blinder Wut der Heni gegen alle und jeden hetzt, der mal über was anderes spricht als über Auschwitz und den angeblichen Antisemitismus der Deutschen.
Dass Meister Heni es nicht nötig hat, den Titel des Aufsatzes von Heiner Geissler (oder die Kritik von Heinz Gess) zu zitieren oder zu verlinken, versteht sich von selbst. (Wahrscheinlich geht er nicht davon aus, dass irgendjemand seine Ergüsse liest). Also hier der Link zu Geisslers „Wo bleibt Euer Aufschrei?“ vom 11.11.2014. (In vielleicht abgewandelter Form, aber jedenfalls mit demselben Schlusssatz, auch im Tagesspiegel, gleichfalls am 11.11.2004, erschienen. Titel dort: „Wider die Logik der Ökonomie“.)
Mit einiger Mühe habe ich auch den (recht langen) Gess-Aufsatz gefunden. Er lautet (im pdf-Volltext): „Der christliche Sozialismus des Heiner Geissler und die christ-sozialistische, deutsche Ideologie von Goebbels. Eine Antwort auf den Artikel ‚Arbeitnehmer. Wo bleibt Euer Aufschrei?‘«. Auf Einzelheiten will ich hier nicht eingehen; tendenziell ist Henis (zwangsläufig) verkürzende Zusammenfassung keine Verfälschung dessen, was Gess sagt. Allerdings formuliert dieser deutlich zurückhaltender. In jedem Falle ist es absurd, Heiner Geissler als Antisemiten abzustempeln.
[Als Kritik an Geissler ist die tief eindringende und wunderbar sorgfältige Analyse von Prof. Gess übrigens außerordentlich lesenswert. Nur muss man das marxistische Blabla ausblenden. Denn Sätze wie „… eine bessere Praxis einzuleiten, die die individuelle und gesellschaftliche Emanzipation von Herrschaft, das wirkliche „Reich der Freiheit“, von dem Marx spricht, intendiert …“ sind nicht weniger weit von realer Welt und Wirtschaft entfernt, als die Ausführungen von Geissler oder Goebbels. Sie klingen lediglich anspruchsvoller. Man könnte auch sagen: Sie enthalten eine noch stärkere, beinahe religiöse, Wissensanmaßung. Vor allem sind sie derart abstrakt-unbestimmt, dass sich vermeintliche „Denker“ noch durch die Jahrtausende daran abarbeiten können.]

Wessen sich Boris Palmer, grüner OB von Tübingen, i. S. Antisemitismus schuldig gemacht hat, kann ich Henis Blott „Boris Palmer und der Wohlfühl-Antisemitismus“ (26.07.2009) nicht wirklich entnehmen. Seine angeblichen Missetaten werden mit denen einer Felicia Langner zu einer wenig lesefreundlichen Brühe vermanscht. Irgendwie geht es um Israel. Aber jedenfalls zeigt sich auch an dieser Stelle, dass Clemens Heni nach allen Seiten auskeilt (und eigentlich zufrieden ist, wenn er selber seine Texte versteht: An Kommunikation mit dem Leser, die ein verständliches Erklären zunächst einmal des der Kritik zugrunde liegenden Sachverhalts erfordern würde, ist er offenbar desinteressiert).

Bundespräsident (damals) Joachim Gauck ist auch so ein Antisemit. Sagt offenbar das Buch „Ein Super-GAUck. Politische Kultur im neuen Deutschland“. Es handelt sich um eine Sammlung von Aufsätzen verschiedener Autoren gegen Gauck, herausgegeben 2012 von Clemens Heni und Thomas Weidauer. Dieses ganze Mönchsgezänk um den primären, sekundären (meinetwegen noch tertiären, quartären, quintären …..) Antisemitismus ermüdet nicht nur: Das wirkt auf Dauer ausgesprochen abstoßend. Daher habe ich nicht weiter nachgelesen, auf welche Weise sich der Meister Gauck am Judentum versündigt haben soll. Irgendwie ging es wohl (nur oder auch) um eine „Prager Deklaration von Juni 2008“ (wg. der Verbindung zu Gauck vgl. hier). Doch verlässt mich mittlerweile die Bereitschaft, den Wegen des pantisemitischen Furors noch fürderhin zu folgen.


Sommermärchen und Forschungsmärchen

Soweit erinnerlich habe ich selber erstmalig in dem Interview „Sommermärchen bereitete der AfD den Boden“ (Katja Thorwarth, Frankfurter Rundschau 18.12.2017) überhaupt etwas von diesem Herrn Heni gehört.

Unter anderem geht es dort um das AfD-Mitglied Dr. med. Wolfgang Gedeon (leider noch; m. W. läuft aber ein Parteiausschlussverfahren):
Bezeichnend, dass die AfD den Begriff des sekundären Antisemitismus ablehnt. Natürlich, weil sie selbst permanent sekundär-antisemitisch daherreden. ….. Das geht aus dem Antrag zum vergangenen Bundesparteitag hervor, der von Wolfgang Gedeon und anderen eingebracht wurde. Dort heißt es, „‘Antisemitismus‘ ist eine Einstellung, die Juden pauschal verunglimpft. Die AfD distanziert sich... . Im Gegensatz zu dieser eindeutigen Definition ist ‚sekundärer Antisemitismus‘ bzw. ‚Antisemitismus im modernen Sinn‘ eine begriffliche Neukonstruktion diverser sog. Antisemitismusforscher.“ Gedeon sitzt nach wie vor im Stuttgarter Landtag.
Es ist in der Tat irritierend, dass Parteifreunde (ja: auch ich bin AfD-Mitglied) einen solchen Antrag unterstützt haben. Indes hat sich der AfD-Bundesparteitag in Hannover gar nicht diesem Antrag befasst. Das gilt zwar ebenso für eine Fülle weiterer Anträge, die nichts mit Vorstandswahl zu tun hatten (für die dieser Bundes-Delegiertenparteitag einberufen worden war). Doch ist schon die „Logik“ empörend, mit der Heni die gesamte AfD für einen Antrag haftbar macht, der lediglich von einigen wenigen Parteimitgliedern gestellt wurde. (Dass er nicht behandelt werden würde, konnte Henri natürlich noch nicht wissen.)

Diese sowohl unwissenschaftliche als auch unfaire Argumentation hat mich dann bewogen, mich nicht nur mit anderen Äußerungen Henis zu befassen, sondern auch mit seiner im FR-Artikel (ebenso wie im oben zitierten ZEIT-Bericht) beschriebenen Position als angeblicher Direktor eines Forschungsinstituts: "Clemens Heni, Jahrgang 1970, ist Direktor des von ihm 2011 gegründeten Berlin International Center for the Study of Antisemitism.“
Ich komme zu dem Schluss, dass die Frankfurter Rundschau und die ZEIT wohl keine besonders kritischen Medien sind. (Dies gilt zumindest dann, wenn es um die eigenen Gesinnungsgenossen geht; im „Kampf gegen Rechts“ dagegen wittern diese Zeitgeistpostillen unter jedem Stein einen Nazi).

Denn dieses Institut halte ich für eine Art Luftnummer. Es scheint lediglich aus einer Webseite zu bestehen und hat offenbar keine Mitarbeiter außer dem „Direktor“ höchstpersönlich. Sogar Henis Spezi Georg Diez (den er häufig zitiert) attestiert ihm (oder verrät Henis kleines Geheimnis  - Hervorhebung von mir): „»Clemens Heni ist ein Ein-Mann-Korrektiv (sic!) zum andauernden deutschen Geschichts-Roll-Back …“.

Der wesentliche Gesichtspunkt neben dem Renommee als “Institutsdirektor” dürfte für Heni die Kohlenförderung sein: “BICSA is an independent organization and depends on your contributions“ heißt es in der Selbstbeschreibung (“What we do“). Offensichtlich schielt er nach (amerikanisch-)jüdischer Kohle, gespendet von Gutgläubigen, die das Institut für eine respektable Einrichtung in der Welt der Wissenschaft halten.
Klingt ja auch nicht schlecht, wenn man ohne Hintergrundkenntnis die Übersicht über die angeblich bislang geleistete Forschungsarbeit („Studien“) liest:

  • Studies in Antisemitism (five volumes so far)  -  5 Bde. [In meiner nachfolgenden Übersicht die Nummern. 1, 2, 3, 6, 8.]
  • Middle East Studies (five volumes so far)  -  5 Bde. [Übersicht unten Nrn. 5, 7, 8, 9, 11. Die Zählung des Instituts verschiebt sich allerdings, weil sie erst mit Bd. „2“ beginnt und dafür mit – bislang – Bd. „6“ endet.]
  • Studies in right-wing extremism and the New Right (two volumes so far) -  2 Bde. [Vgl. unten Nrn. 4, 12.]
Insgesamt handelt es sich also um 12 angebliche Studien, über die man Einzelheiten auf der (etwas unübersichtlichen) Seite „Books“ erfährt. Dort (bzw. die Nr. 6 an anderer Stelle) sind folgende Werke (in chronologischer Reihenfolge) aufgelistet:

1) August 2011. The Berlin International Center for the Study of Antisemitism (BICSA)/Studien zum Antisemitismus, Band 1. Clemens Heni, „Schadenfreude. Islamforschung und Antisemitismus in Deutschland nach 9/11. Die  Charakterisierung als “Studie” mag zutreffen; doch ist deren Autor der “Institutsdirektor” selber. Auch fragt man sich, welchen spezifischen Beitrag das angebliche Forschungsinstitut (von der Identität von Autor und „Institutsdirektor“ abgesehen) zur Entstehung dieser Arbeit wohl geleistet haben könnte?

2) Dezember 2011. The Berlin International Center for the Study of Antisemitism (BICSA)/Studien zum Antisemitismus, Band 2. Robert S. Wistrich, „Muslimischer Antisemitismus.
Es wird zwar nicht gesagt, aber zweifellos handelt es sich auch hier lediglich um eine Übersetzung, also keineswegs um eine Studie des Instituts.

3) Januar 2013. The Berlin International Center for the Study of Antisemitism (BICSA) / Studien zum Antisemitismus/Studies in Antisemitism, Band 3/Vol. 3. Clemens Heni, Antisemitism: A Specific Phenomenon. Holocaust Trivialization – Islamism – Post-colonial and Cosmopolitan anti-Zionism.”
Auch hier mag die Charakterisierung als “Studie” zutreffen; doch ist deren Autor wiederum der “Institutsdirektor” selber und auch hier fragt man sich, welchen Beitrag das angebliche Forschungsinstitut zur Recherche geleistet haben soll.

4) August 2013. The Berlin International Center for the Study of Antisemitism (BICSA) / Studien zum Rechtsextremismus und zur Neuen Rechten, Band 1: Anton Maegerle, „Vom Obersalzberg bis zum NSU: Die extreme Rechte und die politische Kultur der Bundesrepublik 1988 – 2013
Hört sich zunächst einmal anspruchsvoll an; könnte tatsächlich eine wissenschaftliche Untersuchung sein. Jedoch erfährt man in der Rezension der Webseite „Sehepunkte“: „Bei den Beiträgen handelt es sich um journalistische Texte.“
Diese „Studie“ ist also gar keine, sondern ein bloßes Recycling von außerdem nicht wissenschaftlichen, sondern lediglich JOURNALISTISCHEN Texten! Die Rezension sagt dasselbe, freilich möglichst schonend formuliert: „Der Mehrwert des Buches hängt somit stark vom Wissenstand des Lesers ab. Laien werden an vielen Stellen neue Erkenntnisse gewinnen und auf interessante Aspekte aufmerksam. Aufgrund der fehlenden Hintergrundinformationen können sie diese eventuell aber nicht miteinander verknüpfen. Kenner der Materie werden dagegen auf Altbekanntes stoßen, das durch die Analysen abermals bestätigt wird.“

5) April 2014. Clemens Heni, „Kritische Theorie und Israel. Max Horkheimer und Judith Butler im Kontext von Judentum, Binationalismus und Zionismus
Dieses Buch wird als Bd. 2 der „Studien zum Nahen Osten“ geführt. Diese Zuordnung mag, jedenfalls soweit ich das als Laie und ohne Kenntnis des Buchinhalts beurteilen kann, angehen. Aber der Autor ist eben neuerlich mit dem Institutsdirektor identisch: Es ist nicht ersichtlich, dass das Institut eine spezifische Rolle bei den Forschungen für dieses Buch gespielt hätte.

6) Auf der Sammelseite nicht aufgeführt, aber wohl im Mai 2014 erschienen: Ben Cohen, „Some Of My Best Friends – A Journey Through Twenty-First Century Antisemitism. Dieses Buch ist hier als Bd. 4 der Antisemitismusstudien gelistet. Es scheint sich um eine Originalausgabe zu handeln; auch diese dürfte allerdings eher journalistisches Niveau haben und kaum eine wissenschaftliche Studie sein. Wird doch ihr Verfasser auf der Institutsseite beschrieben als “New York based writer (Wall Street Journal, Commentary, Haaretz, Tablet, among many others)“. Tatsächlich entlarvt eine Buchbesprechung das Werk (das übrigens in den Amazon-Kundenrezensionen sehr positiv bewertet wird) als „… a collection of articles and essays written by Cohen between 2004 and 2013“. Also ein weiterer Fall von reinem Textrecycling.

7) August 2014. Georg M. Hafner/Esther Schapira, „Das Kind, der Tod und die Medienschlacht um die Wahrheit. Der Fall Mohammed al-Durah“.
Bei diesem Werk handelt es sich um eine Recherche von Journalisten (vgl. Rezension, hier eine andere; das wird aber auch auf der Institutsseite selber ausführlich gesagt). Die mag spannend sein, doch eine wissenschaftliche Arbeit ist es nicht.
Das Heni-Institut rubelt bzw. jubelt aber natürlich auch diese Arbeit zu einer „Studie“ um bzw. hoch: „The Berlin International Center for the Study of Antisemitism (BICSA) / Studien zum Nahen Osten, Band 3

8) Februar 2015. Karl Pfeifer, „Einmal Palästina und zurück. Ein jüdischer Lebensweg.“
The Berlin International Center for the Study of Antisemitism (BICSA) / Studien zum Nahen Osten, Band 4. Auch diese Lebenserinnerungen mögen durchaus interessant sein, sind indes ebenfalls keine „Studie“: „Pfeifers Erinnerungen beklagen nicht das schwere Schicksal, sondern schildern einen mutigen Weltbürger, der aller Unbill zum Trotz mit wachem Geist und mit Humor die Zeichen seiner Zeit erkennt.“

9) Juni 2016. Wiebke Dursthoff, „Kibbutz und Bauhaus. Arieh Sharon und die Moderne in Palästina. Nicht auf der Bücherseite, sondern nur, quasi zufällig, im Curriculum vitae von Heni erfährt man, dass es sich um den 5. Band der Reihe „The Berlin International Center for the Study of Antisemitism (BICSA), Studien zum Nahen Osten“ handeln soll. Wobei in diesem Falle die Einstufung als Studie sicherlich zutrifft (auch wenn das Thema bereits früher, allerdings nur in einem kurzen Aufsatz, abgehandelt worden war).
Vor allem aber handelt es sich bei dieser Arbeit um eine Dissertation (an der „Fakultät für Architektur und Landschaft der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover“), und zwar aus dem Jahr 2010, also bevor das Institut (2011) überhaupt „gegründet“ worden war.

10) Oktober 2016. Robert S. Wistrich, „Der antisemitische Wahn. Von Hitler bis zum Heiligen Krieg gegen Israel. Mit einem Vorwort von Robert S. Wistrich, Mai 2015 und dem Nachruf »Das Ende einer Epoche«“. „Aus dem Englischen von Karl Heinz Siber“ Berlin: Edition Critic [Dieser Verlag gehört Herrn Heni]. Also ebenfalls nur eine Übersetzung, die aber gleichfalls als „Studie“ für das angebliche Heni-Institut reklamiert wird: „The Berlin International Center for the Study of Antisemitism (BICSA) / Studies in Antisemitism, Studien zum Antisemitismus, Vol. 5 / Band 5, Herausgeber/Editor: Dr. Clemens Heni, Direktor (BICSA)“.
(Es handelt sich hier um eine Paperback-Ausgabe; die ursprüngliche Hardcover-Edition war im Dezember 2015 erschienen und ist ebenfalls auf der „Books“-Seite dokumentiert.)

11) Februar 2017. Fania Oz-Salzberger und Yedidia Z. Stern (Hrsg.), „Der israelische Nationalstaat. Politische, verfassungsrechtliche und kulturelle Herausforderungen“. „Aus dem Englischen von Clemens Heni und Michael Kreutz.“ Also wiederum lediglich eine Übersetzung, die aber pompös als „The Berlin International Center for the Study of Antisemitism (BICSA), Studien zum Nahen Osten, Band 6“ ausgegeben wird. (Diese Reihe umfasst nur 5 Bände; die Zählung beginnt aber erst mit Bd. 2, so dass die angegebene Gesamtzahl zutrifft.)

12) September 2017. Clemens Heni, „Eine Alternative zu Deutschland. Essays.
Über den Inhalt erfahren wir in dieser (sehr Heni-freundlichen und zumindest im Internet wohl überhaupt einzigen) Besprechung: „47 Aufsätze aus den vergangenen zehn Jahren“. Also mutmaßlich ein Recycling seiner Blogposts und/oder von Artikel, die er in irgendwelchen allgemeinen Zeitungen bzw. Zeitschriften untergebracht hat; Wissenschaft ist da wohl wenig.
Dennoch läuft selbstverständlich auch diese Textkompilation als „Studie“: „The Berlin International Center for the Study of Antisemitism (BICSA), Studien zum Rechtsextremismus und zur Neuen Rechten, Band 2“.
 
Zusammenfassend können wir also konstatieren, dass Henis famoses Ein-Mann- Antisemitismusforschungsinstitut außer den Arbeiten seines eigenen „Institutsdirektors“ (und nicht einmal die sind sämtlich wissenschaftliche Werke) nicht eine einzige originäre wissenschaftliche Studie publiziert hat.

Noch nicht berücksichtigt habe ich allerdings die „Working Paper Series“. Von derartigen Arbeitspapieren will das Institut immerhin sage und schreibe ZWEI STÜCK produziert haben (im Zeitraum 2011 – 2017!); aufgeführt ist sogar nur eins. Der Autor? Nun, für die Arbeitspapiere gilt dasselbe wie für die anderen originären Studien dieses „Forschungsinstituts“: „Hier studiert der Chef persönlich“.

Ich will hier nicht behaupten, dass Heni ein Hochstapler des Wissenschaftssystems sei. Indes kann man wohl sagen, dass sein institutionäres Gespinst einer wissenschaftlichen Evaluierung eher nicht standhalten würde.

Heni muss sich ziemlich lange im universitären System herumgetrieben haben. Seine auf der (angeblichen) Institutsseite eingestellten Lebensdaten beginnen allerdings erst mit „1995 B.A. University of Tübingen (Political Science)“. Es ist also weder das Geburtsdatum angegeben (1970, lt. FR-Artikel), noch das Jahr des Studienbeginns. Seine bisher letzte Position im universitären Bereich war: “Sep. 2008– Aug. 2009: Post-Doctoral Associate, Yale Initiative for the Interdisciplinary Study of Antisemitism (YIISA), Yale University, USA (Project: Shoah Remembrance and new Antisemitism in today’s Germany)”.
Normaler Weise findet man, wenn man für den sonstigen Arbeitsmarkt nicht qualifiziert oder an anderweiter Arbeit nicht interessiert ist, Unterschlupf an irgendeiner Uni oder in irgendeinem halbwegs seriösen Institut des Wissenschaftsbetriebes. Doch war wohl kein Raum für den kleinen Clemens an den Fleischtöpfen Ägyptens. So musste er seine Existenzsicherung in der Berliner Asphaltwüste wuppen – was er auch echt clever geschafft hat. (Bin mal gespannt, wie viele dieses Modell demnächst zu kopieren versuchen.)
Einen Privatgelehrten als solchen hätte niemand finanziert. Drum hat er sich kurzerhand einen seriös klingenden Institutsnamen ausgedacht und sich eine Webseite zugelegt, die (natürlich abgesehen vom Spendenkonto) auch wohl das Einzig reale an Henis „Institut zur Erforschung des Antisemitismus“ ist. Dass der Name ein englischsprachiger sein musste, ist klar: Das erleichtert die Aufnahme in der US-akademischen Welt und vor allem die Spendenakquisition bei amerikanischen Juden.
Ob diese Ruderalpflanze des Berliner Geisteslebens auch mit staatlichem Steuer-Guano gedüngt wird: Das sollten die beiden AfD-Fraktionen im Bund und im Berliner Abgeordnetenhaus klären.
Allerdings gibt es zusätzlich noch einen am 07.02.2012 gegründeten „Verein für Gesellschaftskritik und Antisemitismusforschung e.V.“, der ebenfalls in die Geldbeschaffung eingebunden sein dürfte (vielleicht aus steuerlichen Gründen.
Insgesamt jongliert Heni also mit 3 Organisationen: 
  • Institut (s. o.)
  • Verein (wie vor) und dazu kommt noch der hier bislang nur kurz erwähnte
  • Verlag Edition Critic (Homepage).
Wissenschaftlich jedenfalls ist das „Institut“ für mich eine Farce. Für unbedarfte aber gesinnungsstramme Eiferer der Frankfurter Rundschau und der Hamburger ZEIT (sowie für deren lammfromme linke Leser) ist es jedoch ein attraktiver Köder, den die Journalisten auch brav schlucken. (Oder aber, das kann ich letztlich nicht wissen, in vollem Bewusstsein der tatsächlichen Verhältnisse ihren Lesern zu schlucken geben).


Herr Heni hasst .....

Disclaimer 1: Heni hasst Rentner: „….. die Blicke deutscher Rentner sind was vom Schlimmsten, in der Tat. Kein Grund, sie deshalb halbtot zu schlagen, gewiss. Aber das möchte ja auch niemand wirklich.“)  -  Der Verfasser ist einer (und freut sich, dass Heni ihn nicht wirklich halbtot schlagen will sondern – Umkehrschluss - nur in seiner perversen Phantasie).
Und wenn er hier zum Antisemitismusforscher Wolfgang Benz anmerkt „Rentner in spe“, dann ist auch das sicher nicht freundlich gemeint.

Disclaimer 2: Heni hasst die AfD (Beispiel hier).  -  Der Verfasser ist (wie bereits oben gesagt) Parteimitglied derselben.

Disclaimer 3: Heni hasst alle, die stolz auf ihr Deutschsein sind (also auf ihre deutsche Identität). Der Verfasser ist stolz darauf, Deutscher zu sein. Dafür brauche ich keinerlei Grund: „Ich bin deutsch, und das ist auch gut so“, sage ich in Anlehnung an ein bekanntes Zitat von Klaus Wowereit, ehemals Regierender Bürgermeister von Berlin. Auch bei dem war das Schwulsein nicht sein Verdienst und Würdigkeit. Wenn wer glaubt, dass man DOCH einen Grund haben müsse, um stolzer Deutscher sein zu dürfen, der darf diesen Grund gerne suchen. Und, wenn er ihn findet, behalten! Ich verweigere mich jeglicher Rechtfertigung dafür, dass ich ein stolzer Deutscher bin. (Und spreche freilich, im Gegensatz zu Heni, auch den Angehörigen anderer Völker nicht das Recht ab, stolz auf ihre jeweilige ethnisch-kulturelle Identität zu sein.)
Nun aber zu Belegen für Henis Deutschenhass:

23.09.2017: „Es geht um Stolz auf Deutschland, offenen Hass auf alle Nicht-Deutschen, den Islam, Muslime, Flüchtlinge, Linke aller Art, Genderdiskurs und zivilisierte Umgangsformen.“

19.02.2009: „Das stolze Deutschland feiert sich heute, 2009. Der Auftakt im Jahr 1949 war ein Karnevalsumzug mit genau jenem schuldvergessenden, ja Schuld derealisierenden und projizierenden Song. Die Deutschen haben sich 1949 als „Kolonisierte“ arme Würstchen dargestellt, aber eben auch als Küsser und nicht als Menschenfresser.“ Und „Stolzdeutsch Beethoven, Goethe und das Küssen hervorzuheben und explizit zu behaupten, die Deutschen des Jahres 1949 seien keine ‚Menschenfresser‘, ist so infam und perfide, dass es jedem überlebenden Juden eiskalt ins Gesicht schlägt, im Februar 1949.“.

20.01.2008: „Sie wollen wieder stolz sein, die Deutschen.“ [Gedanklich darf man wohl ergänzen: „Aber ich, Clemens Heni, werde denen die Tour schon vermasseln!“]

27.08.2007: „Das heutige Deutschland ist bereits mega stolz und national. Deutsch-sein heute heißt die lingua franca Europas zu sprechen, antiamerikanisch und antizionistisch.“ (Das ist natürlich haarsträubender Stuss, dass Deutsch – egal, ob als Sprache verstanden oder als angeblich antiamerikanische und antizionistische Einstellung – in Europa allgemein akzeptiert wäre.
Auf einer abstrakteren Ebene pflegt Heni (ironischer Weise) gegen die Deutschen strukturell dieselbe Mentalität, wie die mittelalterlichen Christen gegen die Juden: „Die Juden haben unseren Heiland gekreuzigt, dafür müssen sie büßen bis in alle Ewigkeit“. Und so stellt sich, implizit (wie das aber auch früher meist der Fall gewesen sein dürfte) Heni heute gegen die Deutschen: „Die Deutschen haben Millionen wehrlose Juden ermordet; dafür müssen sie mit Kind und Kindeskindern bis ans Ende der Zeiten büßen“.
Ihm geht es nicht mehr darum, einer Wiederholung des Holocaust (so oder in anderer Form) durch intellektuelle „Impfungen“ vorzubeugen (was ein verständliches und berechtigtes Anliegen wäre): Heni will das deutsche Volk (gemeinsam mit den anderen europäischen Völkern) auslöschen, vom Angesicht der Erde vertilgen. Das zwar nicht physisch, sondern „nur“ durch das Einsperren in einen EU-GULAG (und vermutlich auch durch Massenimmiggression). Ob Heni links ist, kann man bezweifeln; dass er ausgesprochen link ist, steht angesichts dieses Befundes mit tödlicher Sicherheit fest.

Was er NICHT ist: Ein Jude. Aber bekanntlich sind häufig gerade die Proselyten die schlimmsten Fanatiker.



Ende der Förderung – Ende der Brunnenvergiftung?

Summa summarum können wir feststellen, dass nur die Gnade der fehlenden öffentlichen Wahrnehmung den Herrn Heni bislang davor bewahrt hat, als derjenige wahrgenommen zu werden, der in Wahrheit ist: Ein Brunnenvergifter des Verhältnisses zwischen Deutschen und Juden, ein intellektueller Brandstifter, ein Blasebalg des Antisemitismus in Deutschland. Während in der Realität – das soll hier nicht unterschlagen werden – viele Juden sehr wohl gute deutsche Patrioten sind. Was Heni selber implizit bezeugt, indem er das
kritisiert.
Diejenigen (mutmaßlich amerikanischen) Juden, die Heni bislang im guten Glauben bei seiner vermeintlichen Arbeit unterstützt haben, die Deutschen von ihrem Antisemitismus abzubringen (den es auch tatsächlich gibt, nur in einem sehr viel geringeren Maß, als Heni der Welt und speziell seinen Sponsoren vorspiegelt), wären überrascht, wenn sie seine deutschsprachigen Blogposts lesen könnten. Und wenn sie die Wirkung beurteile könnten, die Henis Hetztiraden gegen die deutsche Nation zwangsläufig hätten - wenn breitere Kreise sie überhaupt gelesen hätten.
(Auf den materiellen Anreiz für Heni, den Antisemitismus bloß nicht aussterben zu lassen, verweist Max Erdinger in seiner brillanten Polemik „
Clemens Heni und der Antisemitismus“ vom 21.12.2017 bei JouWatch. In diesem Magazin sind auch eine Reihe weiterer sehr lesenswerter Artikel zum Thema erschienen, allerdings großenteils im Zusammensetzung mit Streitigkeiten über Fördergelder einer jüdischen Lobbyorganisation in den USA. Das muss mich nicht interessieren; zwar hat JouWatch gelegentlich auch schon Blogposts von mir übernommen. Eine Vergütung habe ich aber nicht erhalten – und das ist auch gut so. Weil ich so meine Unabhängigkeit erhalte.).

Die (eher indirekten) Streitigkeiten zwischen JouWatch und Heni beziehen sich darauf, dass Heni versucht hatte JouWatch schlechtzureden und ihm einen amerikanisch-jüdischen Finanzier abspenstig zu machen. Der hat ihm aber den Gefallen nicht getan, sondern im Gegenteil Heni selber den Geldhahn zugedreht. Darüber berichtet der ZEIT-Journalist Nico Schmidt in seinem Artikel „ ‚Journalistenwatch‘: Die Amerika-Connection der Neuen Rechten“ vom 17.12.2017:
Wie der Leiter [sic!] des Berlin International Center for the Study of Antisemitism, Clemens Heni, mitteilt, hat das Middle East Forum sämtliche finanzielle Unterstützung seines Zentrums eingestellt. Grund sei ein Artikel gewesen, den Heni Ende November in der "Times of Israel" veröffentlicht hatte. Darin kritisiert er ebenfalls Daniel Pipes Unterstützung von "Journalistenwatch".
Der Grund war also nicht eine tiefere Einsicht von Daniel Pipes in die von mir hier dargelegten Denk- bzw. Argumentationsstrukturen des Clemens Heni (wie auch: Pipes wird wohl kein Deutsch sprechen). Doch vom Ergebnis her hat Pipes mit dem Entzug der Unterstützung an Heni der jüdischen bzw. zionistischen Sache einen enormen Dienst erwiesen.


Wie ich selber von diesem Blott profitiert habe

So, nun muss ich Schluss machen, um endlich mein eigenes Forschungsinstitut zu gründen: “The Schwangau International Research Centre for the Investigation and Prevention of Germanophobia.”
Und in Zukunft reden Sie, liebe Leserinnen und Leser, mich bitte ehrfürchtig mit “Herr Institutsdirektor” an, verstanden? J

 
Nachtrag 30.12.2017

Heute stieß ich auf den Blogpost "Das letzte und beste vom Meisterdenker Clemens Heni: In seiner eigenen Sache" (13.01.2011) von einem Othmar Kaufmann (oder Oscar Mercator?) über Heni. Daraus:
"..... Hier haben Sie Clemens Henis work in progress, hier können Sie ihm auf die Finger schauen, wie z.B. von einem Einzelfall auf die community deutscher und österreichischer Forscher geschlossen werden kann .....". Das scheint also ein für Heni typisches Vorgehen zu sein."


"Hat Dr. Heni seine eigene Reputation wieder hergestellt, indem er die von Frau Dr. Reiter lege arte auseinander nahm? Tja, die Lage ist nach wie vor nicht gut für Dr. Heni. Während solche Flachzangen wie Frau Dr. Reiter eine Dozentur an einem Universitätsinstitut besetzt halten, muss er, trotz bester Reputation und allerbesten Verbindungen, seine Brötchen als "research fellow" des Vidal Sassoon International Center for the Study of Antisemitism (SICSA), Hebrew University, Jerusalem backen. Helft Dr. Clemens Heni endlich! Jetzt bewirbt er sich schon via San Diego Jewish World:
"We have to teach German and European history, the Shoah and anti-Semitism. In order to fight anti-Zionism and Israel hatred we have to be aware of history, too. Scholars have the responsibility to teach history accurately. These are the reasons I would be happy to teach in the United States of America." (
Quelle)*
Amerika, du hast es besser, erbarme dich unser. Nimm Dr. Heni, he would be very, very happy. Holocaust Teachings sind die schönste akademische Laufbahn der Welt. I can´t help, wenn ich mir Dr. Heni als prominenten scholar der Antisemitismus- und Holocaust-Forschung vorstelle, sucht mich diese Überlegung heim:
'Weil sie letztlich nur "eingebettete" Experten brauchen können, bringen diese Disziplinen keine echten Wissenschaften hervor und erschweren den Übergang zum Niveau nicht-selbstbedienender Theoriebildung' (Peter Sloterdijk, Du mußt Dein Leben ändern, Frankfurt/M, 2011, S. 683)
".


* Aus dem Schluss der von Kaufmann zitierten Quelle (vom 29.11.2010; meine Hervorhebung): "Heni, a non-Jew, is a German scholar who serves on the board of New Jersey-based JSA (Journal for the Study of Antisemitism), and is Research Fellow of the Vidal Sassoon International Center for the Study of Antisemitism (SICSA), Hebrew University, Jerusalem."
 
Alan Posener schrieb am 26.12.2008 auf der "Achse des Guten" (AchGut) über "Stotternde Stalinisten": "Zweitens: Küntzel und Heni sind nicht „scholars“. Die Bezeichnung [nicht von Heni selber verwendet, sondern ihm von einem Autor beigelegt] „Yale University’s Clemens Heni“, die unterstellt, der Mann sei Mitglied der Fakultät jener Universität, ist lächerlich. Heni studiert dort. (Was wohl? Das, was er sein ganzes akademisches Leben lang studiert hat: Antisemitismus. Von Judentum weiß Heni nichts, wie er neulich in der Jerusalem Post unter Beweis stellte, als er behauptete, die jüdische Religion habe immer auch “ein rassisches Element”. Aber Antisemiten riecht er zehn Meilen gegen den Wind. Was der Arier mit dem übergroßen Antisemitenriecher da überkompensiert, will man gar nicht erst wissen.)
Drittens: Die einzigen, die in diesem Zusammenhang die Schoah trivialisieren, sind jene, die sie benutzen, um die eigene Karriere zu fördern oder andere zu destruieren: Heni, Küntzel, Weinthal und Co
."
".....
behauptete Clemens „Wer Antisemit ist, bestimme ich“ Heni kürzlich, Götz Aly sei wegen seiner Untersuchung der Parallelen (!) im Denken und Handeln der 68er mit der Väter- und Tätergeneration ein Antisemit und überdies „exemplarisch für eine große Tendenz“ in Deutschland, Land der Antisemiten, nämlich “Vertreter eines Soft-Core-Denial des Holocaust“.  (Dass Heni im selben Aufsatz die „rhetorische Hatz auf muslimische Jugendliche“ beklagt und in den Zusammenhang der Holocaustleugnung und anderer gefährlicher Entwicklungen in Deutschland stellt, während er dem ZfA untersagen will, solche „Hatz“ und deren Zusammenhang zu leugnen, zeigt nur, wie verwirrt der Ex-Juso ist.)"
Verwirrt fürwahr; das haben wir ja auch oben gesehen. Und Ex-Juso: Das erklärt dann auch so manches .....
"Mit solchen Freunden brauchen diejenigen, die in Deutschland gegen den real existierenden Antisemitismus und Rassismus kämpfen, keine Feinde."

Im September 2007 nahm sich ein (vom Artikelinhalt her sehr kompetent wirkender) Jean Cremet die Dissertation von Clemens Heni über Henning Eichberg vor: "Vivisektion mit dem Fallbeil. Anmerkungen zu einer Dissertation über den Nationalrevolutionär Henning Eichberg": "Clemens Heni hat unter dem langen Titel „Salonfähigkeit der Neuen Rechten. ‚Nationale Iden­tität’, Antisemitismus und Antiamerikanismus in der politischen Kultur der Bundesrepublik Deutschland 1970 – 2005: Henning Eichberg als Exempel“ eine lange Dissertation vorgelegt. ..... Da er ..... Henning Eichberg als Exempel für die Neue Rechte und deren Entwicklung bis hin zur Salonfähigkeit sieht, erwarte ich eine poli­tische Biografie der Person und ihres Umfeldes, eine Wirkungsgeschichte seiner Schriften und seines direkten Agierens sowie die Darstellung der Interaktion Eichbergs mit der politischen Gesamtkultur. Damit hat sich Heni eine höchst anspruchsvolle Aufgabe gestellt. Sein Doktorvater, der renom­mierte Innsbrucker Politikwissenschaftler Anton Pelinka, bescheinigt der Schrift, sie sei „inter­disziplinär“, es handele sich um eine „anspruchsvolle und mit großem Fleiß erstellte Arbeit“, die von einer „tiefen Kenntnis“ des Verfassers zeuge. Henis Fleiß soll nachfolgend nicht bestritten werden. Er allein wäre allerdings nicht ausreichend für eine Promotionsschrift. Den anderen Wertungen Pelinkas mag sich der Rezensent nicht anschließen. Heni scheitert an den oben benannten Anforderungen an eine Dissertationsschrift."
"Antisemitisch ..... ist Heni alles, was anti­amerikanisch ist. Da er auch diesen Begriff nicht definiert oder inhaltlich mit Leben füllt, wird er zum Totschlagargument. Antiamerikanisch ist das, was Heni so bezeichnet. Das ist natürlich eine mögliche Verfahrensweise, wissenschaftlich redlich ist sie nicht. Es ist die Methode des Verdachts, gegen den man sich nicht wehren kann."
"Ein weiteres Beispiel für diese Methode Henis sei angeführt. In dem als Schulbuch konzipierten Band „Minderheit und Mehrheit“ ..... behandelt Eichberg auch die Rolle, die die rassistische Unterdrückung der Ureinwohner Nordamerikas und Sklaverei in der Geschichte der USA gespielt haben. Für Heni bedeutet das Antiamerikanismus. Es stelle zudem eine „Entlastung für die deutsche Tat“ (S.264) des industriellen Völkermordes an den europäischen Juden dar, da die USA als „Vorwegnehmer der Konzentrationslager und des Völ­kermords“ „herbeihalluziniert“ (ebd.) würden. ..... In der Tat ist der Verweis auf angebliche oder tatsäch­liche Gräueltaten der späteren Kriegsgegner Deutschlands in der Vergangenheit ..... eine beliebte Me­thode der extremen Rechten zur historischen Entlastung Deutschlands. Allerdings stößt Henis Leerstellenanalyse an dieser Stelle in Leere. Nur wenige Seiten vor der angeführten Passage hatte Eichberg in jenem Schulbuch ausführlich die nazistische Judenvernichtung ebenso darge­stellt wie den jüdischen Widerstand dagegen, z.B. den Aufstand im Warschauer Ghetto."
"Statt des scharfen Skalpells nutzt Clemens Heni unterschiedslos das Fallbeil. Er sucht Belege für Nationalismus, Antisemitismus und Antiamerikanismus und findet sie natürlich – immer und bei jedem, besonders auf der politischen Linken. Jenseits von intellektueller Redlichkeit werden Aussagen entkontextualisiert und enthistorisiert. Ist dies geschehen, kann das Fallbeil in Aktion treten. Die betreffende Person oder Gruppierung ist „entlarvt“. Henis Band erarbeitet leider kaum brauchbare Befunde über die Entwicklung der politischen Kultur der Bundesrepublik, be­züglich der Neuen Rechten bleibt er teilweise weit hinter dem Erkenntnisstand der bisherigen Sekundärliteratur zurück und bietet kaum neue Aspekte. An der Analyse der komplexen Person und Entwicklung des Ideologen Henning Eichberg scheitert er vollends. Für alle Unter­suchungsgegenstände ist der Erkenntnisgewinn also ausgesprochen gering."



ceterum censeo
Wer alle Immiggressoren der Welt in sein Land lässt, der ist nicht "weltoffen":
Der hat den A.... offen!
Textstand vom 02.01.2018

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